Aktuell höre ich immer wieder, wie Menschen sagen, dass sie von anderen ADHSlern getriggert werden. Dass sie verschiedene Aufgaben nicht erledigen können, weil ihr ADHS es nicht zulässt. Dass die Medikamente höher dosiert werden müssen oder noch nicht die richtigen gefunden wurden. Alles hat einen sehr negativen Flow.
Aber warum?
Seit ich meine Diagnose im letzten Jahr bekommen habe, habe ich mich gut darüber informiert. Was passiert mit mir? Was ist anders? In welchen Situationen reagiert mein Gehirn wie genau?
Bei alle den Informationen kann ich immer wieder nur feststellen, dass mein ADHS meine Superkraft ist.
Stressige Situationen? Kein Problem!
Auf der Suche nach einer Lösungen für ein komplexes Problem? Kein Problem!
Ordnung ins Chaos bringen? Ich mach mein Leben lang nichts anderes. Kein Problem!
Andere Menschen mit ADHS verstehen und individuell auf sie eingehen? Kein Problem!
Nur 4 Stunden schlafen und trotzdem gut gelaunt zur Arbeit fahren? Kein Problem!
Das ist nur ein kleiner Einblick in Situationen bei denen ich aktuell ständig höre „Mein ADHS steht mir im Weg!“.
Ist es nicht viel wichtiger zu verstehen, warum man in bestimmten Situationen bestimmte Handlungsweisen an den Tag legt und versuchen diese auszutauschen oder zu optimieren? Mehr mach ich auch nicht. All die Jahre hab ich für jedes Alltagsproblem eine Handlungstrategie entwickelt, die mir täglich hilft.
Wisst ihr was da am meisten hilft? Akzeptanz! Nicht dagegen ankämpfen und drüber ärgern. Akzeptieren, informieren und Lösungen finden. Das ist genau das, was hilft. Dabei können Therapien und Medikamente durchaus unterstützen. Aber wie soll ein Medikament bei etwas helfen, dass man absulot nicht akzeptieren möchte.
Steht euch nicht selbst im Weg!
Akzeptiert euch und habt euch lieb!!!