Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Genau deshalb herrscht bei mir aktuell extremes Gefühls- und Kopfchaos.
Seit mittlerweile mehr als 12 Jahren haben ich meine Arbeit getan. Ich hab sie mit viel Hingabe und zuletzt auch mit absoluter Selbstaufgabe täglich gelebt. Ich habe meine Arbeit so in mein Leben integriert, dass ich zuletzt nicht mehr wusste, wer ich bin.
Im letzten Jahr begann mein Heilungsprozess. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, dass ich klar formulieren kann, was Arbeit für mich bedeutet und welchen Platz sie in meinem Leben einnehmen darf. Mittlerweile arbeite ich, um meinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Ich lebe nicht mehr, um zu arbeiten.
Mit dieser Einstellung muss ich jedoch auch beruflich etwas verändern. Ich werde jetzt zu einem Arbeitsplatz wechseln, der nicht mehr bei mir zuhause ist. Ein Arbeitsplatz, bei dem ich das Gebäude verlasse und Feierabend habe. Ein Job, bei dem ich in einem Team arbeite und nicht mehr jede Entscheidung alleine treffen und tragen muss. Eine Arbeit, die mir Spaß macht, aber nicht mein ganzes Leben beeinflusst.
Ich freue mich sehr auf diesen neuen Lebensabschnitt. Feierabend. Mehr Me-time. Zeit mit meiner geliebten Familie. Weniger Streit.
Jedoch hab ich auch Angst vor dieser Zeit. Es verändert sich alles! Ich bekomme den Raum um micht selbst wieder zu finden. Sich mit sich selbst zu beschäftigen ist ja auch nicht so ohne. Was ist, wenn ich mir nicht gefalle? Oder wenn ich von diesem extrem ausgeprägten Altruismus in einen extremen Egoismus übergehe? Geht das überhaupt? Was ist, wenn die neue Arbeit doch nicht das richtige ist? Oder wenn ich es wieder nicht schaffe den nötigen Abstand zu wahren?
Ich bin sehr gespannt, wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Wie ich mich entwickle…
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Seid lieb zu euch und habt eine gute Zeit!