Am vergangenen Wochenende habe ich eine Erfahrung gemacht, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat.
Folgende Worte haben mich getroffen, wie ein Messer ins offene Herz:
„Dass sie da ist freut mich ein bisschen mehr.
Dir ging es ja nicht so schlecht wie ihr!“
Sie war ehrlich. Die Person freut sich mehr, die andere Person zu sehen, als mich. Okay. ich bin nicht so wichtig. Das mag sein.
Ging es ihr schlechter als mir? Woran misst man das? Gibt es irgendeine Messlatte um festzustellen, wem es schlechter geht? Darf es mir nur schlecht gehen,wenn ich mich in eine Klinik begeben muss?
Mir geht es rein körperlich sehr viel besser. Seit meiner Magen-OP sind meine Blutwerte wieder super. Mein Bluthochdruck ist weg. Die Zuckerwerte sind wieder im grünen Bereich. Meine Knie und mein Sprunggelenk sind im Eimer, aber dennoch kann ich mich die meiste Zeit schmerzfrei bewegen. Meine Migräne ist fast weg. Mein Asthma ist auch Geschichte. Die Thrombose vor ein paar Wochen hab ich überlebt und den Sommer mit Kompression, Hitzestau und Kreislaufzusammenbrüchen auch!
Also geht mir ja super! Was habe ich für einen Grund mich zu beschweren?
Meine Depression war bis zu diesem Gespräch einigermaßen im Griff. Mit meinem ADHS lerne ich gerade zu leben. Mein beruflicher Alltag verändert sich gerade komplett und familiär war auch einiges los. Aber das ist nicht messbar. Also hat es mir gefälligst gut zu gehen!
Wie unverschämt! Wie frech! Wie gemein und verletzend! Warum müssen Menschen solche Kommentare von sich geben? Ohne eine Sekunde nachzudenken, was man damit anrichten kann!
Bin ich zu empfindlich? Mache ich mich zu wichtig? Denn eigentlich bin ich ja nicht wichtig genug und sollte daher nicht anstrengend sein wegen irgendwelcher nicht messbaren Wehwehchen…
Was ist das für eine Welt geworden?
Pass gut auf dich auf!!!