Wer kennt es:
- Du bekommst Gäste und hast noch einiges zu tun. jemand bietet dir an, die einen Kuchen zu backen. Du sagst: „Nein brauchst du nicht, ich hab mich um alles gekümmert.“
- Du hast schon wieder fünf Termine gleichzeitig, weil du so ein wahnsinnig gutes Organisationstalent bist. Jemand bietet dir an eine Fahrt mit den Kids zu übernehmen, damit du wenigsten mal 10 Minuten Pause hast. Du sagst: „Nein brauchst du nicht. Ich hab alles im Griff.“
- Du hast einiges auf deiner to do – Liste stehen. Dein Partner fragt, ob er dir irgendetwas abnehmen kann und du sagst: „Nein danke. Ich bin eh gleich fertig.“
Nach all diesen Situationen liegst du abends total erschöpft im Bett und fragst dich, warum du immer mit allem Mist alleine gelassen wirst. Ist das wirklich so?
Mir geht es ganz oft so, dass Menschen mich fragen, ob sie mich irgendwie unterstützen können oder ob irgendetwas abgenommen werden kann und ich gebe nichts aus der Hand. Warum? Kontrollzwang? Vielleicht ein bisschen. Aber definitiv nicht nur.
Noch vor einem Jahr habe ich überhaupt nicht registriert, dass Menschen in meinem Umfeld mir Hilfe anbieten. Und wenn ich es gemerkt habe, habe ich es direkt negativ aufgenommen. Ich dachte, sie halten mich für unfähig, nicht belastbar, nicht gut organisiert, schwach.
Vor einigen Wochen hatte mein Sohn Geburtstag. Ich habe mich mit einer sehr guten Freundin darüber unterhalten. Habe erzählt, was noch alles zu tun war. Es kam mir vor, als würde ich vor einem unüberwindbaren Berg stehen. Sie bot mir an einen Kuchen zu backen und beim dekorieren zu helfen. Ich habe abgelehnt. Am Abend ging mir diese Situation durch den Kopf und ich habe mich selbst nicht mehr verstanden. Zum ersten Mal ist mir bewusst aufgefallen, wie ich mir selbst im Weg stehe. Wie viel schöner wäre es gewesen gemeinsam zu dekorieren und im Anschluss noch einen Kaffee zu trinken, anstatt alles alleine zu machen. Warum? Ich verstehe es bis heute nicht. Dennoch bin ich stolz auf mich. Stolz, dass ich mittlerweile in der Lage bin solche Momente zu erkennen. Und vielleicht gelingt es mir beim nächsten Mal die Hilfe zuzulassen. Denn man ist nicht schlecht organisiert oder nicht belastbar oder unfähig oder gar schwach. Manche Sachen machen eben einfach mehr Freude, wenn man sie gemeinsam macht. Nicht mehr und nicht weniger.
In diesem Sinne seid lieb zu euch und verbringt mehr Zeit mit lieben Menschen, die euch gut tun. Und gebt vielleicht auch mal eine Kleinigkeit an Arbeit ab. Das tut garnicht weh.
Versprochen!!!